Personenschaden · 8. Juli 2026

Was ein Schmerzensgeld nach dem Unfall trägt

Der Betrag folgt aus dem Verlauf der Verletzung. Eine Tabelle liefert die Sprache, in der ähnliche Verläufe verglichen werden. Sie ersetzt das Attest nicht.

Arzt im Gespräch mit einer Patientin in einem Behandlungszimmer
Das Attest nennt Diagnose und Dauer. Die Akte trennt davon den Verdienst und die Haushaltsführung.

Schmerzensgeld nach § 253 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs gleicht immaterielle Beeinträchtigungen aus: Schmerzen, die Dauer einer Behandlung, bleibende Folgen, besondere Belastungen im Alltag. Es ist kein automatischer Zuschlag auf die Werkstattrechnung. Ein Heckaufprall ohne behandlungsbedürftige Verletzung trägt diese Position nicht. Ein Aufprall mit einer HWS-Distorsion, die drei Wochen Krankschreibung und Physiotherapie nach sich zieht, schon — in einer Höhe, die sich an diesem Verlauf misst, nicht an dem teuersten veröffentlichten Fall mit einem ähnlichen Stichwort.

Drei Posten, die nebeneinander stehen

Der erste Posten ist das Schmerzensgeld selbst. Dafür braucht die Akte ein ärztliches Attest mit Diagnose, dem ungefähren Beginn der Beschwerden und der Dauer der Behandlung. Krankenhausaufenthalt, eine Operation oder eine dauerhafte Bewegungseinschränkung verändern die Bezifferung deutlich. Der zweite Posten ist der Verdienstausfall: Lohnbescheinigung und die Bescheinigung des Arbeitgebers über die ausgefallenen Tage oder über Krankengeld, das hinter dem Netto zurückbleibt. Der dritte Posten ist der Haushaltsführungsschaden, wenn konkret beschriebene Arbeiten — Einkauf, Pflege eines Angehörigen, die Versorgung kleiner Kinder — ausgefallen sind und jemand anderes einspringen musste oder die Arbeit liegen blieb. Diesen Posten in das Schmerzensgeld hineinzuziehen, macht die Abrechnung unscharf und gibt der Versicherung einen Grund, beides zu kürzen.

Tabellenwerke, die Urteile sammeln, helfen beim Vergleich. Sie sind keine Preisliste. Zwei HWS-Diagnosen mit unterschiedlicher Dauer und unterschiedlichem Alter der betroffenen Person liegen auseinander. Wir nennen einen Betrag, den der vorliegende Verlauf trägt, und schreiben dazu, worauf er sich stützt. Einen höheren Betrag nur deshalb zu fordern, damit nach der Kürzung der gewünschte übrig bleibt, hält der weiteren Korrespondenz nicht stand.

Was nicht in das offene Formular gehört

Befunde, Bilder und ganze Krankenakten schicken Sie nicht über das Terminformular der Kanzlei. Dort genügen die Tatsache einer Verletzung und die Bitte um einen Termin. Die Unterlagen kommen im Gespräch oder nachdem der Auftrag steht, auf einem Weg, den wir dann nennen. Die Versicherung erhält die Auszüge, die zur Bezifferung nötig sind, nicht die gesamte Vorgeschichte einer unbeteiligten Behandlung.

Die Regulierung des Personenschadens dauert häufig länger als die des Blechschadens, weil Atteste nachgereicht werden und die Sachbearbeitung medizinische Unterlagen gesondert liest. Das ist ein Zeitablauf, den wir zu Beginn ansprechen, nicht eine Überraschung auf der Schlussübersicht. Den Auftrag dazu beschreibt die Seite Personenschaden. Wie die ersten Tage am Unfallort aussehen, steht im Text Was nach einem Auffahrunfall in die Akte gehört.