Die folgenden Schilderungen stammen von Mandanten der Jahre 2023 bis 2025. Namen sind mit Einwilligung gekürzt. Beträge nennen wir nur dort, wo sie in der Abrechnung standen.
Nach dem Auffahrunfall auf der Meißner Straße hatte ich die Reparaturrechnung und ein Gutachten, in dem 640 Euro merkantiler Minderwert standen. Die Haftpflicht überwies die Rechnung und schrieb, bei dem Alter des Wagens entfalle der Minderwert. Jonas Kerber hat den Gutachtenauszug und den Kilometerstand in zwei Absätzen an die Sachbearbeitung geschickt. Der Betrag kam drei Wochen später. Zwischendurch war es still. Ich hätte einen kurzen Satz nach zehn Tagen gebraucht, den gab es erst, als ich anrief.
Ich hatte schon selbst an die Versicherung geschrieben und eine Kürzung beim Stundenverrechnungssatz bekommen, ohne zu verstehen, welche Werkstatt sie als Vergleich meinte. Im Gespräch in der Lindenstraße lagen mein Kostenvoranschlag und deren Schreiben nebeneinander. Die Antwort, die danach hinausging, hat nicht jeden Euro zurückgeholt. 80 Euro beim Lack blieben gestrichen, weil die Fotos einen alten Steinschlag zeigten. Den Rest der Kürzung hat die Versicherung zurückgenommen.
Mein Nacken hat nach dem Aufprall an der Ampel in Pirna drei Wochen gebraucht. Die Werkstatt war das kleinere Thema. Helena Vogt hat mich gebeten, das Attest mit Diagnose und der Dauer der Krankschreibung mitzubringen, und hat den Haushaltsanteil getrennt aufgeschrieben, weil ich in der Zeit die Pflege meiner Mutter nicht geschafft habe. Die Versicherung hat beim Schmerzensgeld länger gebraucht als beim Blech. Das war angekündigt.
Der Mietwagen war eine Klasse über meinem Kombi, weil der Vermieter nichts Passendes da hatte. Das hat die Haftpflicht moniert. Mir war das vorher nicht klar. Die Kanzlei hat die Tage auf den Nutzungsausfall umgestellt, soweit die Rechnung über der vergleichbaren Klasse lag. Ärgerlich für mich, aber die Erklärung stand in dem Brief, den ich unterschreiben sollte, und nicht erst in einem Nachsatz.
Ich kam mit einer Rechtsschutzpolice und der Annahme, damit sei das Honorar erledigt. Mira Salomon hat die Deckungsanfrage losgeschickt und gesagt, bis zur Zusage bleibe ich Vertragspartner. Die Zusage kam für die außergerichtliche Regulierung, nicht pauschal für ein Gerichtsverfahren. Das hatte ich so nicht gelesen. Gut, dass es vor dem Auftrag auf dem Tisch lag.
Akte, Frühjahr 2024
Abbiegeunfall an der Kreuzung, Quote statt voller Haftung
Ein Mandant aus der Südvorstadt war beim Linksabbiegen mit einem entgegenkommenden Wagen zusammengestoßen. Die gegnerische Haftpflicht wollte die Haftung vollständig bei ihm sehen. Die Polizei hatte die Spuren aufgenommen, ein Zeuge aus dem Bus an der Haltestelle beschrieb die Geschwindigkeit des Entgegenkommenden.
Helena Vogt hat keine volle Haftungsquote versprochen. In dem Schreiben stand eine Verteilung, die die Betriebsgefahr beider Fahrzeuge und den Abbiegevorgang abbildete. Die Versicherung blieb zunächst bei ihrer Linie. Nach dem Zeugenvermerk einigte man sich auf eine Quote, die unter der ersten Forderung der Gegenseite lag und über dem, was der Mandant befürchtet hatte, als er nur den eigenen Abbiegevorgang sah.
Die Reparatur wurde nach dieser Quote abgerechnet. Einen Prozess hat er nicht gewollt, weil der verbleibende Unterschied die Gerichts- und Gutachterkosten nicht getragen hätte. Das haben wir ihm so gesagt, bevor die Frist für eine Klage in den Raum kam.
Akte, Herbst 2025
Totalschaden eines zehn Jahre alten Kombis in Dresden-Löbtau
Der Wiederbeschaffungswert lag im Gutachten knapp über dem Restwertangebot, das die Versicherung von einem überregionalen Aufkäufer eingeholt hatte. Der Mandant wollte das Fahrzeug nicht dorthin geben, weil der Aufkäufer die Abholung erst in der folgenden Woche zusagte und der Wagen vor dem Haus stand. Jonas Kerber hat ein örtliches Restwertangebot nachgereicht, das der Mandant selbst eingeholt hatte, und die Differenz zum Wiederbeschaffungswert neu gerechnet. Die Versicherung hat den örtlichen Restwert akzeptiert. Die Abholung am nächsten Tag hat der Mandant selbst organisiert; das war nicht Teil des Mandats.
Wer eine vergleichbare Lage hat, kann den Ablauf lesen und danach einen Termin setzen. Die Stimmen ersetzen die Prüfung der eigenen Unterlagen nicht.